Alles über Kerbel, das „Freudenkraut"

All About Chervil, the “Herb of Rejoicing”

Ein neues Kraut erobert die Küche: Kerbel. Entdecken Sie, wie Sie ihn diesen Sommer in Ihre Mahlzeiten integrieren können.

Aufgepasst, Kräuterliebhaber – es ist Zeit, alles über Kerbel zu erfahren. Ausgesprochen „KER-bel", ist dieses sommerliche Kraut ideal zum Kochen in den wärmeren Monaten. Was ist Kerbel? Erfahren Sie hier alles, was Sie wissen müssen.

Was ist Kerbel?

Kerbel ist ein zartes Kraut mit mildem Geschmack und gehört zu den vier „Fines Herbes" der französischen Küche – zusammen mit Petersilie, Estragon und Schnittlauch in den Annalen der klassischen französischen Küche. Er sieht Petersilie tatsächlich sehr ähnlich, hat jedoch eine etwas blassere Farbe und filigranerere Blätter. Der Name „Kerbel" leitet sich vom griechischen chaerophyllon (oder khairephyllon) ab, was „Freudenkraut" oder „das fröhliche Kraut" bedeutet. Die Verbindung zwischen Kerbel und Glück ist so weit verbreitet, dass in der europäischen Volksüberlieferung der Verzehr von Kerbel nicht nur empfohlen wurde, weil man glaubte, er fördere die Verdauung, sondern auch weil er angeblich gute Laune mache. Ob da etwas Wahres dran ist? Das müssen Sie selbst herausfinden, wenn Sie ihn probieren.

Wie schmeckt Kerbel?

Mit seinem leichten, delikaten Geschmack und einem Hauch von Anis wird dieses einjährige Kraut am besten zusammen mit anderen milden Aromen verwendet, damit es nicht überdeckt wird. Das macht es ideal für Suppen oder Salate, aber auch für Omeletts, Geflügel, Fisch oder Eiergerichte. Am bekanntesten ist Kerbel als Zutat in der Sauce béarnaise. Neueinsteiger in der Kunst des Würzens, aufgepasst! Kerbel zu einem Gericht mit kräftigen, intensiven Aromen hinzuzufügen ist keine gute Idee, da der milde Geschmack dabei leicht untergeht.

Wie man Kerbel verwendet

Kerbel kann schwer zu finden sein. Wenn Sie ihn in Ihrem lokalen Supermarkt nicht finden, könnte es sich lohnen, ihn selbst anzubauen. Im Herbst oder Frühling gesät, wächst Kerbel sehr schnell und sollte nach etwa 6–8 Wochen erntereif sein. Sofern Sie die richtige Beleuchtung und Temperatur bereitstellen können, lässt sich Kerbel sogar in den Wintermonaten drinnen anbauen. Das Wichtigste beim Kochen mit Kerbel: Er verliert sein Aroma sehr leicht. Das bedeutet, dass sein milder Geschmack durch zu viel Hitze oder übermäßiges Trocknen schnell verloren geht. Halten Sie ihn frisch und aromatisch, indem Sie ihn erst am Ende des Kochvorgangs hinzufügen oder einfach kurz vor dem Servieren in rohem Zustand über das Essen streuen. Da er sein Aroma so leicht verliert, entscheiden sich viele dafür, ihn in Weißweinessig einzulegen – was dem Ganzen noch weitere einzigartige Geschmacksnoten verleiht.

Hat Kerbel gesundheitliche Vorteile?

Traditionell wurde Kerbel für verschiedene medizinische Zwecke eingesetzt, darunter bei Bluthochdruck, Ekzemen, Husten, Verdauungsstörungen und Gicht. Aus Kerbel gebrühter Tee wurde auch als Augenwasser sowie als Mittel gegen Menstruationskrämpfe empfohlen. Laut Webmd.com gibt es nicht genügend Belege dafür, dass das Kraut bei einer dieser Beschwerden wirksam ist. Wenn Sie also an einem dieser gesundheitlichen Probleme leiden, sollten Sie sich wahrscheinlich nicht auf die Heilwirkung von Kerbel verlassen. Doch nur weil Kerbel möglicherweise kein Allheilmittel ist, bedeutet das nicht, dass er keinerlei Nährwertvorteile bietet. Er ist eine hervorragende Quelle für Carotin, Vitamin C, Eisen, Magnesium und Bioflavonoide und enthält außerdem viele Antioxidantien – Stoffe, die dazu beitragen können, Entzündungen im Zusammenhang mit Infektionen, Sinusitis und Kopfschmerzen zu reduzieren. Wie zu erwarten, ist das Kraut kalorienarm, sodass Sie es großzügig in Ihren Rezepten verwenden können, ohne sich Gedanken über Gewichtszunahme machen zu müssen.

Möchten Sie Kerbel in einige Ihrer Sommergerichte einbinden? Mit seinem herrlichen, feinen Anisaroma ist er das ideale Kraut, um Ihre kühlen Kreationen in den wärmeren Monaten zu verfeinern.