Kann uns Shakespeare etwas über Gesundheit und Wohlbefinden beibringen?

Can Shakespeare Teach Us About Health and Wellness?

Wissen Sie, was der 23. April bedeutet? Richtig, es ist Shakespeare-Tag! Zu Ehren des beliebtesten Dramatikers aller Zeiten haben wir einen Leitfaden zu Shakespeares Beschäftigung mit Gesundheit und Wohlbefinden zusammengestellt.

In Shakespeares Werk gibt es mehr als 500 Verweise auf medizinische Leiden, dazu unzählige weitere zu wohlbefindensbezogenen Themen wie Sport und Schlaf. Ganz zu schweigen von all den obskuren Lebensmitteln der Renaissance und seltsamen Zutaten, die seine Stücke durchziehen. Was also kann uns das Werk des Barden über Gesundheit in der Elisabethanischen Zeit sowie unseren modernen Umgang mit Ernährung, Fitness und Erholung verraten?

1. „Schlaf, der Natur sanfte Amme" (Heinrich IV., Teil 2)

Shakespeare verweist häufig auf den Schlaf, und viele seiner Figuren, von Macbeth bis König Heinrich V., leiden unter klinischen Schlafstörungen wie Schlafapnoe, Somnambulismus und Insomnie. Und obwohl Hinweise auf „süße, betäubende Gegenmittel" und „schläfrig machende Sirupe" zeigen, dass Schlafmittel schon seit Längerem existieren, deutet Shakespeare darauf hin, dass sie selten wirken und Schlafstörungen größtenteils auf zugrunde liegende psychologische Probleme zurückzuführen sind – was gar nicht so weit von dem entfernt ist, was die moderne Wissenschaft heute sagt. Jahrhunderte bevor diese Störungen von Medizinern erkannt, geschweige denn behandelt wurden, wurden sie vor Tausenden von Zuschauern auf den Bühnen des elisabethanischen Londons aufgeführt – was bei näherer Betrachtung wirklich erstaunlich ist.

2. „Gebt ihnen große Mahlzeiten mit Rindfleisch …" (Heinrich V.)

„… und Eisen und Stahl, sie werden fressen wie Wölfe und kämpfen wie Teufel." Zu Shakespeares Zeiten war Rindfleisch nicht nur das englische Nationalgericht schlechthin. Es gab auch einen seltsam weit verbreiteten Glauben, dass der Verzehr dieses beliebten Lebensmittels der Renaissance zu Tapferkeit oder Mut führte und es somit das perfekte Gericht für ein Mahl vor der Schlacht war. Andererseits gab es auch die Auffassung, dass Rindfleisch essen dumm mache. Vielleicht sind das aber auch nur zwei Seiten derselben Medaille. Wie es in This Is Spinal Tap heißt: Die Grenze zwischen dumm und clever ist hauchdünn.

3. „Wie einen Fußball stößt du mich so fort" (Die Komödie der Irrungen)

Shakespeare spricht in seinen Stücken von „Sport", meint damit aber nicht das, was wir heute darunter verstehen. Zu elisabethanischen Zeiten bezeichnete das Wort „Sport" eine Vielzahl verschiedener Dinge, darunter Glücksspiel, Sex und Krieg. Spiele wie Tennis waren in der Regel den Oberschichten vorbehalten, während Fußball als eine Aktivität für die breite Masse galt. Wenn Kent Oswald in König Lear als „elenden Fußballspieler" bezeichnet, ist das wahrscheinlich ein Verweis auf die wilden, volkstümlichen Ursprünge dieses Sports.

4. „Der Tod des täglichen Lebens" (Macbeth)

Wir haben Shakespeare bereits für seine erstaunlich treffsichere Darstellung von Schlafstörungen gelobt, doch in einem Bereich liegt der Barde möglicherweise falsch: seiner Abneigung gegenüber dem Tagesschlaf (diurnaler Schlaf). Shakespeare stellt den Tagesschlummer häufig als Zeichen eines schlechten Charakters dar, besonders auffällig, wenn er über Falstaffs unrühmliche Gewohnheit spricht, „nach dem Mittag auf Bänken zu schlafen". Man kann es ihm allerdings kaum verübeln, denn dies war zu elisabethanischen Zeiten eine weit verbreitete Überzeugung. Tagesschlaf galt als Ursache für Krankheiten und Fieber – nicht nur, weil er als ungewöhnlich galt, sondern weil er als unwürdig und sogar widernatürlich angesehen wurde. Heutzutage stößt Schlafen am Tag kaum noch auf derartige Missbilligung. Es ist allgemein anerkannt, dass Nickerchen gesundheitliche Vorteile haben können – lesen Sie dazu gerne unseren Blogbeitrag –, und für Menschen, die nachts arbeiten, ist es ohnehin kaum vermeidbar.

5. „So gesund wie ein Fisch" (Die beiden Veroneser)

Heute spricht alle Welt von den großen gesundheitlichen Vorteilen von Fisch, und das zu Recht, denn er ist wirklich ausgezeichnet für den Körper. Obwohl Fisch in der Tudor-Zeit als minderwertig gegenüber Fleisch galt – möglicherweise weil dieses Lebensmittel der Renaissance den Protestanten zu katholisch war –, spielte er eine enorme Rolle im elisabethanischen Handel. Elisabeth I. ordnete wöchentliche „Fischtage" an, um die heimische Fischereiindustrie zu fördern und den Fleischpreis zu senken, was die Gesundheit der Nation zweifellos positiv beeinflusst haben dürfte – ungeachtet dessen, ob das die eigentliche Absicht war!

6. „Kannst du einem kranken Geist Arznei geben?" (Macbeth)

Shakespeare befasste sich nicht nur mit körperlicher, sondern auch mit geistiger Gesundheit. Er verstand, dass extremer Stress ungesund sein kann, ebenso wie viele Elisabethaner, die eine vergleichsweise aufgeklärte Haltung gegenüber psychischer Gesundheit hatten. Bemerkenswert ist, dass Shakespeares eigener Schwiegersohn, John Hall, versuchte, ein Mädchen mit psychischen Problemen mit Abführmitteln und Einläufen zu behandeln. Nach heutigen Maßstäben klingt das zwar etwas skurril, ist aber weit entfernt von der damals verbreiteten Vorstellung, dass Menschen mit psychiatrischen Problemen in der Tudor-Zeit „Wahnsinnige" seien, die aus der Gesellschaft ausgestoßen werden müssten.

Wie Sie sehen, gibt es in Shakespeares Stücken jede Menge Verweise auf Gesundheit, und obwohl er nicht immer mit der damals vorherrschenden Meinung übereinstimmte, ist klar, dass viele Elisabethaner eine differenzierte und durchdachte Haltung zum Konzept des Wohlbefindens hatten. Warum nicht diesem Shakespeare-Tag zu Ehren des großen Mannes ein schönes, gesundes Fischgericht zubereiten und eine erholsame Nacht genießen?Foto: Shakespeare-Statue in der Library of Congress, Thomas Jefferson Building, Washington, D.C. Mit freundlicher Genehmigung der Library of Congress.