Radfahrer Chris Froome spricht über Daten & Geräte

Cyclist Chris Froome Talks Data & Devices

Tour-de-France-Champion Chris Froome ist mehr als ein intuitiver Radfahrer. Er protokolliert und analysiert sein Radfahren, seinen Schlaf und sein Gewicht mithilfe von Trainern, um datengestützte Pläne zur Leistungssteigerung und Ausdauerverbesserung zu entwickeln. Lesen Sie weiter, um mehr über Chris' Weg mit Daten und seine Ansichten darüber zu erfahren, wie er die Zukunft des Radsports beeinflussen könnte.

Chris Froome nutzt Withings-Geräte und sprach zunächst mit uns darüber, wie er sich auf die Tour de France 2021 vorbereitete und welche Gewichts- und Schlafregime er nutzt, um in Topform zu bleiben. In dieser zweiten Folge geht Chris auf sein Interesse an der Entwicklung der Gesundheitstechnologie sowie auf die Auswirkungen des verbesserten Datenzugangs ein, von dem er glaubt, dass er jungen Radsport-Enthusiasten zugutegekommen ist.

Ab welchem Zeitpunkt in Ihrer Karriere haben Sie begonnen, vernetzte Gesundheitsgeräte wie Smart Scales und Uhren zu verwenden?

Ich denke, ich war im Laufe der Jahre immer sehr an Technik und Gadgets interessiert, insbesondere rund ums Radfahren und im Gesundheitsbereich. Ob neue Schlaf-Tracker, Armbänder oder was auch immer – ich wollte immer neue Technologien ausprobieren und ein Gefühl dafür bekommen, was auf dem Markt ist. Je mehr Technologie ich im Laufe der Jahre gefunden habe, desto mehr Informationen kann ich aus einer sehr persönlichen Perspektive mit dem Team und meinem Trainer teilen, was Aktivitäten, Schlafüberwachung usw. Betrifft. Das hilft uns bei der Planung zukünftiger Trainingseinheiten und Arbeitsbelastungen sowie bei der feinen Linie, wie weit man sich fordern möchte. Es scheint, dass die Technologie erst in den letzten drei Jahren zuverlässig genug geworden ist, um viele dieser Metriken wirklich präzise zu erfassen. Die Herzfrequenz war zuvor die schwierigste. Ich habe immer gesehen, wie sie stark schwankte. Es gibt die HRV, die Herzfrequenzvariabilität, die eine wichtige Komponente ist und etwas, woran man erkennen konnte, wenn sie nicht korrekt war. Früher sah man von einer Nacht auf die andere eine enorme Veränderung der Variabilität, obwohl sich zwischen diesem Tag und dem Vortag eigentlich nichts verändert hatte. Seit ich die ScanWatch verwende, sieht die Herzfrequenz jedoch deutlich konstanter aus und scheint sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Sie haben zuvor gesagt, dass junge Fahrer ihre Leistungen dank des Zugangs zu Daten auf unglaublichem Niveau steigern. Welche Art von Daten glauben Sie insbesondere, führt zu diesen Fortschritten?

Ich denke, die wichtigsten Messgrößen für junge Fahrer beziehen sich mehr darauf, nachahmen zu können, was viele Profis im Training tun. Viele Profis zeichnen ihre Fahrten auf und laden sie beispielsweise auf Strava hoch, was für jeden einsehbar ist. So gibt es öffentlich zugängliche Informationen, einschließlich Leistungstrainingsdaten, die von Leistungsmessern aufgezeichnet wurden, und Trainer nutzen diese Datenbibliothek, um junge Fahrer so zu trainieren, wie es die Profis tun. Infolgedessen sieht man Fahrer im Alter von 15 Jahren, die Trainingseinheiten absolvieren, die ich erst mit 25 entdeckt und umgesetzt habe. Diese 15- und 16-Jährigen leisten im Grunde dieselbe Arbeit wie erfahrene Profis, und in fünf bis sechs Jahren werden sie Profi und zeigen eine Tiefe, die man von einem, sagen wir, 20-Jährigen sonst nicht erwarten würde.

Begeisterte haben Sie als eine der Radfahrerinnen bezeichnet, die beim Einsatz von Wissen über Watt zur Leistungssteigerung und zum Titelgewinn an vorderster Front stehen. Sehen Sie sich als Datenpionier im Radsport?

Ich denke, lustigerweise haben viele Menschen geglaubt, dass ich ein Rennen rein nach meinem Leistungsmesser fahre, was ein kleines Missverständnis ist. Denn wenn ich fahre, finde ich einfach diese bequeme Position, in der sich mein Nacken in einer neutralen Position befindet, wenn ich nach unten schaue, während viele Menschen wohl angenommen haben, dass ich beim Rennen immer auf meinen Leistungsmesser geschaut habe. Er befindet sich zwar dort unten, wohin ich schaue, aber das bedeutet nicht, dass ich das Rennen unbedingt nach diesem Indikator fahre. Ein Rennen ist am Ende des Tages ein Rennen. Wenn einer deiner Gegner vorausfährt, kommt es darauf an, ob du folgen kannst oder nicht. Abgesehen davon denke ich, dass meine Generation von Fahrern, die Jungs, die den Leistungsmesser ins Training eingeführt haben, im Vergleich zur Generation davor wirklich einen massiven Wandel herbeigeführt haben. Die vorherige Generation fuhr nach Gefühl und achtete kaum auf die Zahlen ihrer Geräte. Ich war also wohl Teil einer Bewegung, wenn man so will, aber ich würde mich nicht als Pionier bezeichnen.

Blick nach vorn

Ob Chris sich selbst als Datenpionier sieht oder nicht, er glaubt zweifellos an Daten, insbesondere durch sein Engagement in die Leistungsfähigkeit von Radsport-Analysen über Hammerhead's Karoo 2, eine Plattform, der er zuschreibt, ihn wieder in Radsportform gebracht zu haben. Über seine persönlichen und beruflichen Investitionen in Radsport- und Gesundheitsdaten hinaus tritt Chris weiterhin bei der Tour de France 2021 an, und das Withings-Team ist gespannt darauf, wie er bei diesem Rennen und darüber hinaus abschneidet. Headerfoto der Tour de France 2021 von Daniel Jolivet auf Flickr