Glukose-Resilienz-Wert: Was er ist und wie du ihn liest

Glucose Resilience Score: What It Is and How to Read It

Zwei Menschen, dieselbe Mahlzeit, zwei unterschiedliche Reaktionen auf Glukose

Du isst. Zucker gelangt in dein Blut. Insulin macht sich an die Arbeit und sorgt dafür, dass deine Zellen ihn aufnehmen und verwerten können.

Läuft dieses System reibungslos, geschieht das alles ganz unauffällig. Der Blutzucker bleibt nahezu stabil, und du merkst nichts davon. Steht das System dagegen unter Belastung, kostet dieselbe Mahlzeit mehr Aufwand: mehr Insulin für das gleiche Ergebnis. 

Das Schwierige daran: Die meisten von uns wissen nicht, welcher der beiden Fälle auf sie zutrifft. Spüren lässt sich das nicht. Und ein einzelner Bluttest, so nützlich er ist, liefert nur eine Momentaufnahme von einem bestimmten Morgen. Wie sich dein Stoffwechsel im vergangenen Jahr entwickelt hat, verrät er nicht. 

Genau hier setzt der Glukose-Resilienz-Wert an. 

Was ist der Glukose-Resilienz-Wert? 

Glukose-Resilienz ist ein langfristiger Wellness-Wert, der mit Withings+ auf BodyScan 2 verfügbar ist. Er schätzt ein, wie gut dein Körper sein Stoffwechselgleichgewicht aufrechterhält, also wie hoch seine Resilienz gegenüber den alltäglichen Glukoseschwankungen ist, die zum normalen Leben dazugehören. Du erhältst ihn bei einer ganz normalen Messung, und das Gesamtbild entsteht über Wochen und Monate statt in Minuten. 

Der Glukose-Resilienz-Wert ist ein langfristiger Wellness-Indikator und keine medizinische Diagnose. Er erkennt oder diagnostiziert keine Krankheiten. Er misst weder Blutzucker noch HbA1c oder Insulinresistenz.

Das stellen wir bewusst an den Anfang, denn das Wort „Glukose“ im Namen wirft eine berechtigte Frage auf. Nein, es handelt sich nicht um einen Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM). BodyScan 2 entnimmt kein Blut, und der Glukose-Resilienz-Wert ist kein Blutzuckerwert. Er betrachtet etwas anderes, über einen längeren Zeitraum, und genau deshalb kannst du konkret etwas damit anfangen. 

Die zwei Messungen hinter dem Wert 

Uns war wichtig, dass der Glukose-Resilienz-Wert auf Größen beruht, die sich wirklich zu Hause messen lassen: einfach auf der Waage, ohne Labor und ohne Nadelstich. Zwei Messungen erfüllen diesen Anspruch. 

Komponente

Bedeutung 

Messmethode 

Status

Viszeralfett 

Das Fett, das tief im Bauchraum rund um die Organe eingelagert ist. Von allem, was sich zu Hause messen lässt, hängt es am engsten damit zusammen, wie der Körper mit Glukose umgeht. 

Analyse der Körperzusammensetzung in 6 Zonen, bei der du während der Messung den Griff hältst 

Gut · Hoch · Sehr hoch · Noch keine Daten

Nervenreaktionswert 

Wie die kleinen Nerven, die den Körper regulieren, auf einen Reiz reagieren

Sudomotorische Messung an den Füßen, validiert anhand eines klinischen Referenzgeräts (Riveline et al., 2023) 

Normal · Niedrig · Ausstehend


Viszeralfett: Anders als das Unterhautfett, das direkt unter der Haut sitzt, ist Viszeralfett stoffwechselaktiv und gibt Signalmoleküle direkt in den Blutkreislauf ab. Studien bringen es immer wieder damit in Verbindung, wie gut der Körper mit Glukose umgeht. Von außen ist es zudem kaum zu erkennen. Zwei Menschen können gleich viel wiegen, dieselbe Kleidergröße tragen und trotzdem ganz unterschiedlich viel davon haben. Deshalb musst du bei BodyScan 2 den Handgriff halten: Erst die Körperanalyse in sechs Bereichen ermöglicht diesen Schätzwert.  

Nervenreaktionswert: Ein Großteil dessen, was der Körper von Moment zu Moment leistet, wird von kleinen Nervenfasern gesteuert, über die man nie nachdenkt. BodyScan 2 erfasst ihre Reaktion über eine sudomotorische Messung an den Füßen. Die Methode wurde in einer Studie, die in Frontiers in Neurology erschienen ist, anhand eines klinischen Referenzgeräts validiert. 

Für sich allein sagt keine der beiden Messungen besonders viel aus. Zusammen und über längere Zeit betrachtet, ergeben sie ein Bild, das weder eine herkömmliche Waage noch der Blick in den Spiegel liefern kann. 

So liest du dein Ergebnis: die vier Status 

Dein Glukose-Resilienz-Wert wird als einer von vier Status angezeigt, von der niedrigsten bis zur höchsten Stufe der Skala: Beeinträchtigt, Moderat, Ausgewogen, Optimal. 

Unter dem Gesamtstatus kannst du die beiden Komponenten öffnen, aus denen er sich ergibt, jeweils mit eigenem Status: dein Viszeralfett und deinen Nervenreaktionswert. 

Die Zahl, auf die es ankommt, ist nicht die von heute. Es ist der Verlauf der Kurve über Monate. Eine einzelne Messung ist ein Datenpunkt. Regelmäßige Messungen über längere Zeit ergeben einen Trend, und auf einen Trend kannst du tatsächlich reagieren. Dein Wert aktualisiert sich bei jedem Schritt auf die Waage und ist dafür gedacht, als Verlauf gelesen zu werden. 

Was kannst du mit dem Wert anfangen? 

Hier liegt der eigentliche Nutzen des Werts. Die Insulinsensitivität gehört zu den Stoffwechselmarkern, die besonders schnell auf veränderte Alltagsgewohnheiten reagieren können. Dazu gehören: 

  • Muskeln aufbauen und erhalten 

  • Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen - das kann die Blutzuckerreaktion stärker beeinflussen, als der geringe Aufwand vermuten lässt

  • Mehr Ballaststoffe in die Ernährung einbauen  

  • Priorisierung auf regelmäßigen, erholsamen Schlaf

Der Glukose-Resilienz-Wert sagt dir nicht, womit du anfangen solltest. Dafür gibt er dir etwas, das du im Blick behalten kannst, während du diese Gewohnheiten umsetzt. Und zwar über einen Zeitraum, der lang genug ist, dass eine einzelne gute Woche oder ein schwieriger Monat den langfristigen Trend nicht verzerrt. 

Wenn du den zugrunde liegenden Mechanismus genauer verstehen möchtest, findest du in unserem Ratgeber zu Bauchfett und Insulinresistenz eine ausführliche Erklärung.

Wie erhältst du deinen Glukose-Resilienz-Wert? 

Du benötigst eine BodyScan 2 und ein Withings+ Abonnement. Dann stellst du dich wie gewohnt auf deine Waage und hältst dabei den Griff, damit die Körperanalyse in sechs Zonen und die Messung des Nervenreaktionswerts erfolgen können. Dein Wert erscheint in der Withings App und wird mit jeder weiteren Messung aktualisiert.

Kein Fasten. Kein Piks in den Finger. Kein zusätzlicher Schritt am Morgen.

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Häufige Fragen

Misst der Glukose-Resilienz-Wert meinen Blutzucker? 

Nein. Der Glukose-Resilienz-Wert ist ein langfristiger Wellness-Indikator und keine medizinische Diagnose. Er erkennt oder diagnostiziert keine Krankheiten. Er misst weder Blutzucker noch HbA1c oder Insulinresistenz. 

Was brauche ich, um einen Glukose-Resilienz-Wert zu erhalten? 

Eine BodyScan 2 und ein Withings+ Abonnement. Der Wert wird bei einer ganz normalen Messung berechnet, während du den Griff hältst, und erscheint anschließend in der Withings App. 

Aus welchen zwei Komponenten besteht der Glukose-Resilienz-Wert? 

Aus dem Viszeralfett, das im Rahmen der Körperzusammensetzungs-Analyse in 6 Zonen geschätzt wird, und dem Nervenreaktionswert, der auf einer sudomotorischen Messung an den Füßen basiert. Beide Komponenten haben neben dem Gesamtwert jeweils einen eigenen Status. 

Was bedeuten die einzelnen Status des Glukose-Resilienz-Werts? 

Der Wert wird auf einer vierstufigen Skala dargestellt: Beeinträchtigt, Moderat, Ausgewogen und Optimal. 

Wie wird der Nervenreaktionswert gemessen? 

Über eine sudomotorische Messung an den Füßen, während du auf der Waage stehst. Die Methode wurde in einer Studie, die in Frontiers in Neurology erschienen ist, anhand eines klinischen Referenzgeräts validiert (Riveline et al., 2023). 

Wie oft wird der Glukose-Resilienz-Wert aktualisiert? 

Bei jeder Messung. Er ist dafür gedacht, als Trend über Wochen und Monate gelesen zu werden, nicht als Vergleich von einem Tag zum nächsten. 

Wie kann ich meinen Glukose-Resilienz-Wert langfristig verbessern? 

Durch Gewohnheiten, die mit einer besseren Insulinsensitivität in Verbindung gebracht werden: Muskeln aufbauen, nach dem Essen spazieren gehen, mehr Ballaststoffe essen und auf ausreichend Schlaf achten. Die Ergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen. 


Quelle: Riveline JP et al. Validation of the Body Scan®, a new device to detect small fiber neuropathy by assessment of the sudomotor function: agreement with the Sudoscan®. Frontiers in Neurology, 2023;14:1256984. frontiersin.org